Gefühle im Kindergarten: mit einer Empathiepuppe darüber sprechen
Wie eine Empathiepuppe zu einem Mitglied der Gruppe wird, wie sie eine eigene Geschichte bekommt und wie Kinder mit ihr über Freude, Traurigkeit, Streit und Abschied sprechen. Ideen für Kita und Kindergarten.
Sechs Ideen für die Arbeit mit der Puppe
Alle sechs Ideen leben von einer Puppe, die die Kinder über Wochen kennenlernen. Jede eignet sich für den Sitzkreis oder eine kleine Gruppe.
1. Die Puppe kommt in die Gruppe
Eine Empathiepuppe zieht nicht von heute auf morgen ein. Zuerst stellen Sie die Puppe mit ihrem Namen vor. Ein paar Tage später erzählt sie selbst, wie alt sie ist und mit wem sie zu Hause wohnt. So lernen die Kinder die Puppe nach und nach kennen, genau wie ein neues Kind.
2. Eine eigene Geschichte
Geben Sie der Puppe Vorlieben und Abneigungen, ein Lieblingsessen, einen besten Freund und kleine Sorgen. Achten Sie darauf, dass ihre Geschichte nicht die eines bestimmten Kindes aus der Gruppe nacherzählt. Halten Sie in einem Heft fest, was die Puppe schon erlebt hat, dann bleibt ihre Geschichte stimmig.
3. Gefühle benennen
Eines Morgens erzählt die Puppe von ihrem Tag: „Heute ist mein Turm umgefallen, an dem ich ganz lange gebaut habe.“ Gemeinsam überlegen die Kinder, wie sich die Puppe gefühlt hat, ob sie so etwas auch kennen und was ihr helfen könnte. Freude, Ärger, Angst und Stolz lassen sich auf dieselbe Weise ansprechen.
4. Streit und Versöhnung
Auch die Puppe streitet sich einmal mit ihrem besten Freund, etwa um ein Spielzeug. Die Puppe erzählt, was passiert ist. Die Kinder hören zu und schlagen vor, wie sich die beiden wieder vertragen könnten. Weil es der Streit der Puppe ist und nicht der eines Kindes aus der Gruppe, kann es leichter fallen, offen darüber zu sprechen.
5. Jede Familie ist anders
Vielleicht hat die Puppe zwei Zuhause, eins bei Mama und eins bei Papa, oder sie spricht daheim eine zweite Sprache. Wer mag, erzählt, was bei ihm ähnlich oder anders ist. Unterschiede werden so zum Gesprächsthema, ohne dass sich ein Kind erklären muss.
6. Abschied am Morgen
Viele Kinder kennen das, wenn sie morgens gebracht werden und Mama oder Papa wieder gehen. Der Puppe geht es genauso: Sie erzählt, wie sehr sie ihre Familie vermisst hat und was ihr dann half. In der Eingewöhnungszeit kann das ein Anlass sein, über das eigene Vermissen zu sprechen.
Tipps für den Alltag mit der Puppe
Die Puppe hat einen festen Platz im Gruppenraum und kommt zu bestimmten Zeiten dazu, etwa im Sitzkreis. Eine Erzieherin oder ein Erzieher hält sie und leiht ihr die Stimme. Stellen Sie viele Fragen und erklären Sie wenig: Die Kinder dürfen selbst sagen, wie es der Puppe geht. Sprechen Sie Jungen genauso an wie Mädchen: Ob ein Junge sich auf die Puppe einlässt, hängt stark davon ab, wie er die Erwachsenen mit ihr umgehen sieht. Halten Sie die Runden kurz, und hören Sie auf, solange noch alle dabei sind.
Die passende Puppe und woher die Idee kommt
Welches Modell Sie wählen, ist zweitrangig. Entscheidend ist, dass die Puppe zur Gruppe gehört.
Welche Puppe eignet sich?
Für die Arbeit in der Gruppe eignen sich die großen Kinderpuppen von Joyk. Kinderpuppen mit unterschiedlichen Hautfarben und Frisuren können es erleichtern, verschiedene Familien und Lebenswelten zur Sprache zu bringen.
Joyk Empathiepuppen →Was ist der Persona-Doll-Ansatz?
Der Persona-Doll-Ansatz ist eine eigene Methode der vorurteilsbewussten Bildung. Die Puppen bekommen eine feste Identität und erzählen aus ihrem Leben, und die Kinder kommen darüber ins Gespräch. Den Grundgedanken, dass eine Puppe mit eigener Geschichte Gespräche eröffnet, können Sie auch ohne die vollständige Methode im Kita-Alltag nutzen.
Beratung und Kauf auf Rechnung
Bei Fragen zur passenden Puppe für Ihre Gruppe beraten wir Sie gern am Telefon oder über unser Kontaktformular. Als Kita, Schule, Praxis oder Pflegeeinrichtung können Sie bei uns auch auf Rechnung bestellen; nach einer Prüfung schalten wir den Rechnungskauf für Ihr Kundenkonto frei.
Kinderpuppen und Tiere von Joyk
Jede dieser Figuren kann die Puppe sein, die in Ihre Gruppe einzieht.